Blasenschwäche, Inkontinenz oder Probleme bei der Darmentleerung gehören zu jenen Themen, über die viele Frauen ungern sprechen. Die Hemmschwelle ist oft hoch. Dabei betreffen Beschwerden rund um den Beckenboden viele – und sie lassen sich in den meisten Fällen behandeln.
Im Frauengesundheitscenter begleitet Prim. DDr. Burghard Abendstein Frauen mit viel Einfühlungsvermögen und fachlicher Expertise – auch bei sensiblen Themen wie Inkontinenz oder Beckenbodenschwäche.
Unter Fachexperten ist die Dysfunktion von Beckenbodenstrukturen und einhergehende Symptome ein vielseitig debattiertes Thema.
Kürzlich war Prim. DDr. Abendstein als Experte zu Gast bei der Podiumsdiskussion „Irrungen und Wirrungen in der Beckenbodenchirurgie“, organisiert vom Arbeitskreis für Rekonstruktive Beckenbodenchirurgie. Es entstand ein Podcast mit dem Ziel, einen interdisziplinären Austausch zu aktuellen Entwicklungen, Erfolgen und Herausforderungen in der Beckenbodenchirurgie zu fördern.
Früher ging man davon aus, dass Harninkontinenz vor allem durch erhöhten Druck im Bauchraum, der sich dann auf die Harnröhre auswirkt, zustande kommt – auch bekannt als Stressinkontinenz.
Ein echter Denkwandel kam mit der sogenannten Integraltheorie nach Petros und Ulmsten. Diese sieht den Beckenboden als ein komplexes Zusammenspiel von Muskeln, Bändern, Faszien und Bindegewebe, das gemeinsam für die richtige Lage und Funktion von Blase, Harnröhre und Vagina verantwortlich ist.
Sind Bänder und Faszien geschwächt oder verletzt, verliert die Harnröhre ihre stabile Position. Die Folge: Die Steuerung im Miktionszentrum gerät aus dem Gleichgewicht – und es kommt zu ungewolltem Harnverlust, einer sogenannten Dranginkontinenz.
Die moderne Beckenbodenchirurgie setzt genau hier an: Ziel ist die gezielte Rekonstruktion geschwächter Bänder, um die natürliche Funktion wiederherzustellen.
Auch bei der Blasenentleerung spielt der Beckenboden eine entscheidende Rolle. Sie ist ein aktiver Vorgang, bei dem bestimmte Muskelgruppen die Harnröhre öffnen, um Urin abfließen zu lassen.
Senkt sich ein Organ im Becken – wie zum Beispiel die Gebärmutter (Cervix) – ab, kann dieser Mechanismus gestört werden. Muskelkraft geht verloren, die Entleerung funktioniert nicht mehr wie gewohnt und es entsteht eine sogenannte prolapsbedingte Blasenentleerungsstörung.
Die gute Nachricht: Durch eine gezielte chirurgische Korrektur dieser Bänder kann die Dysfunktion in den meisten Fällen behoben werden.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Stuhlinkontinenz. Lange lag der Fokus hier auf dem Schließmuskel. Doch die Forschung – insbesondere die Arbeit rund um die Integraltheorie – zeigt: Auch bei der Kontrolle der Darmentleerung spielen andere Muskelgruppen und vor allem die korrekte Lage des Enddarms, gehalten von Bändern und Bindegewebe, eine zentrale Rolle.
In vielen Fällen konnte bei Patientinnen mit Senkungsproblemen und gleichzeitig bestehender Stuhlinkontinenz durch die Bänderrekonstruktion der Prolaps behoben und die Stuhlkontinenz wiederhergestellt werden.
Der Beckenboden trägt uns im wahrsten Sinne des Wortes durchs Leben. Ist er aus dem Gleichgewicht geraten, leidet oft mehr als nur der Körper – auch das Vertrauen in die eigene Kraft und das Wohlbefinden sind betroffen.
Im Frauengesundheitscenter begleiten wir Dich auf Deinem Weg zurück zu einer starken Mitte – mit fachlicher Kompetenz, individueller Beratung und einem offenen Ohr.
Prim. DDr. Abendstein und das gesamte Team stehen Dir zur Seite.
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